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Internetzugang aus dem Ausland (EU/weltweit) – Empfehlungen, Tipps und Tricks

Wer regelmäßig und/oder länger im Ausland ist, stellt sich früher oder später die Frage nach einem guten und günstigen Internetzugang für sein Smartphone, sein Tablet und das Notebook.

Standardmäßig unterstützen heute alle mir bekannten Tarife das Roaming und es gibt zumindest im europäischen Ausland nicht mehr die Kostenfalle für Roamingebühren, wie es sie bis vor wenigen Jahren noch gab. Dafür hat die EU gesorgt – aber es gibt sie noch im außereuropäischen Ausland (z.B. vereinzelt noch in der Schweiz)! Da hilft nur ein Blick ins Kleingedruckte Ihres Anbieters.

Ich möchte hier keine Liste mit Anbietern vorstellen, sondern gebe nur meine Erfahrungen wieder und gebe ein paar Tipps, die dem einen oder anderem möglicherweise helfen können.

Wenn ich im Ausland bin, benötige ich permanenten Internetzugang mit unterschiedlichen Qualitätsansprüchen. Ich habe in der Regel mindestens das iPhone in der Tasche für emails, Servermonitoring, Foto und natürlich zum Telefonieren. Oft auch das iPad zum surfen und navigieren und das Notebook ist auch nicht weit weg.

Damit habe ich schon 3 unterschiedliche Anwendungscenarien:

  1. dem iPhone reicht eine langsame Internetverbindung, aber wenn man die iCloudfeatures von apple verwendet, auch schon ein beträchtliches Datenvolumen.
  2. das iPad verwende ich zum surfen und lesen. Dafür bevorzuge ich eine schnelle Anbindung, benötige aber wenig Traffic.
  3. Das Notebook hat gleich 2 Anforderungsprofile. Ich nenne diese mal normal und power Mode. Im Normalmode reicht wenig Geschwindigkeit, aber viel Traffic. Im power Mode dagegen alles was die Leitung hergibt und bezahle dies auch.

Nun gehöre ich zu den Leuten, die aus beruflichen Gründen mehrere SIM Karten mit sich rumtragen, dies gibt mir zum einen einiges an Erfahrung und zum anderen natürlich auch alle erdenkliche Flexibilität. Dies ist aber nicht in dieser Form notwendig.

Um die verschiedenen Varianten zu verdeutlichen, konstruiere ich einige Beispiele. Neben den möglichen Varianten und Gebühren ist aber noch ein Faktor extrem wichtig: Netzabdeckung und Netzqualität! Was hilft mir ein sehr günstiger Vertrag, wenn die Roamingpartner des Anbieters nicht erreichbar ist oder das Netz max. gprs Geschwindigkeit bietet?

Beispiel: Campingurlaub in Spanien

Ich mache 3 Wochen Urlaub in Spanien. Ein Netzverfügbarkeitscheck offenbart gleich eins der Hauptprobleme: Verfügbarkeit von 3g. Gute Netzabdeckung haben Vodafone und Orange. Dann gibt es noch 3 weitere Anbieter die als 2g gekennzeichnet werden. Einer von denen springt manchmal sogar auf 3g…. vergessen sie diese gleich wieder. Bleibt Vodafone und Orange. Ich entscheide mich für Vodafone und … “forbidden”. Sprich nicht erlaubt, da es vermutlich kein Roamingabkommen gibt.

Jetzt ist es von Vorteil mehrere Sim-Kartn dabeizuhaben oder, was oft günstiger ist, man besucht den nächsten Vodafoneshop und kauft eine lokale prepaid Sim Karte. Dies habe ich selber oft praktiziert – und tue dies heute nur noch selten, da ich eine prima Lösung gefunden habe.

Zuerst die Variante prepaid Simkarte. Ich rechne grob €10 für die Simkarte plus €20/GB plus Aufwand die Karte zu besorgen und zu aktivieren, ganz zu schweigen dass online buchen von weiterem Volumen oft nur mit einer spanischen Kreditkarte möglich ist. Möchte man aber viel Traffic und eine max. Geschwindigkeit für wenig Geld – ist dies die beste Wahl.

Meine Lösung dagegen sieht wie folgt aus. Für das iphone habe ich eine o2 Karte mit Auslandsoption (günstige Telefonflatrate, plus 250MB Traffic im EU Ausland, danach Drosselung auf ca. 2kB. Das reicht für jede Menge email und auch eine Weile für die Sync mit der iCloud. Wenn das Volumen aufgebraucht ist, wird es extrem langsam, aber ich bleibe online. Das iPad ist per Multisim auch über den o2 Vertrag verbunden, aber surfen mit 2KB Geschwindigkeit macht ohne Hilfsmittel* keinen Spass. Wenn das Volumen auafgebraucht ist, kann man per SMS einfach das nächste 250MB Paket bestellen.

Leider funktionieren die Multi Simkarten von o2 nicht bei allen Roamingpartnern, so das man nur mit einem Gerät zur Zeit eine Internetverbindung aufbauen kann. Wenn dies passiert, stelle ich die Internetverbindung auf dem iPhone und dem iPad aus und verwende einen mobilen WIFI Accesspoint, den ich in der Tasche bei mir trage oder an einem Ort mit gutem Empfangssignal positioniere. Dieser kann bis zu 5 Verbindungen halten, so das iPhone, iPad und Notebook bestens versorgt sind. Für den Fall, das ich mit o2 im Ausland nicht klarkomme, habe ich noch 3 weitere Karten von mobile, Simyo und Fonic dabei.

Recht interessant finde ich auch die Tarife der Telekom. Bei der Telekom kann man sich das Roaming in Packeten konfigurieren – Tagespass bzw. Wochenpass. Da tmobile in Spanien kein eigenes Netz betreibt, hat sie auch ein Roaminabkommen mit Vodafone. Ich buche dort als erstes den Wochenpass – 150MB für 7 Tage kosten €14,95. Das ist ersteinmaal nicht richtig billig, aber wenn die 150MB nach 6 Stunden verbraucht sind, hat man immer noch zwischen 64kBit und 128kBit für die restliche Zeit. Dies reichte für mich für surfen, remote Serveradministrieren und fast alles weitere. Wenn ich dann kurzfristig doch max. Geschwindigkeit brauche, buch ich mir je nach Bedarf x 50MB Pakete für je ca. €3 dazu. So hatte ich in den 3 Wochen ca. 4GB Daten über die tcom Pakete bei Gesamtkosten von ca. €80! Da ist auch eine lokale Sim Karte nicht bzw. kaum günstiger und schon gar nicht so komfortabel. (genaue Preisdaten und Vertragsbedingungen entnehmen Sie bitte den Vertragsunterlagen des jeweiligen Anbieters)

Beispiel: Segelurlaub in der Karibik

In der Karibik kann ich nicht so pauschal sagen, dies oder das ist gut, da auf manchen Inseln bei manchen Providern die EU Preise gelten und auf anderen die “weltweit” oder “Zone 3” Tarife gelten. Hier ist es sehr ratsam die Vertragsbedingungen sorgsam zu lesen und sicherzustellen das man auch bei dem “richtigen” Netz angemeldet ist und nicht vielleicht von dem der Nachbarinsel.

Ein Beispiel:
Du lädst ein Foto mit 3,5 MB auf Deine Facebookseite. So kostet dies im Nicht EU-Netz zwischen rund €52,32 und “nur” €3,50 (Simyo).

Im ersten Beispiel hatte ich von “Hilfsmittel*” gesprochen, dies gilt hier noch viel mehr. Es gibt Hilfsmittel, die sogar surfen mit 2kB erträglich machen.

Hilfsmittel für die effektive Nutzung einer langsamen Internetverbindung

Hier muss man zwischen stationärer Infrastruktur (z.B. Wohnmobil oder Yacht) und mobiler Infrasstruktur unterscheiden. Für die stationäre Montage gibt es sehr gute und effektive Hilfen, wie z.B. die RedBox. Diese verwende ich selber auf meinem Boot. Über die RedBox habe ich einen gesonderten Bericht geschrieben.

Für die mobile Installation auf dem Notebook, habe ich lange das Tool “Little Snitch” eingesetzt, das es für wenig Geld im App-Store gibt, aber es war mir zu nervig und aufwendig passende Regeln zu erstellen. Daher habe ich mir für den Eigengebrauch ein Tool selbst geschrieben. Meine Bedürfnisse sind damit vollständig abgedeckt. Es basiert auf einer Client Server Architektur, d.h. auf dem Notebook läuft ein kleines Tool, das den Traffic filtert, also z.B. Werbung rausschneidet und auf dem Server läuft ein Dienst, der die Seiten aufbereitet. Dort werden die Grafiken der Webseiten das css, js und html optimiert und komprimiert. Dies bringt bei werbelastigen Seiten wie der des Spiegels beim Erstaufruf ca. 70% und beim wiederholten Aufruf ca. 90% weniger Traffic. Inzwischen habe ich ein kleines Produkt daraus gemacht – ConnTraQ. Es ist kostenlos zu testen, versucht es…

Spinnakerfliegen

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Ein Highlight diesen Sommer war das Spinnakerfliegen. Bei Wind um 3 bft., das Boot vor Heckanker und den Genaker gesetzt. Die Schothörner mit einer Schot verbunden, schon war die Schaukel fertig.

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Zur Sicherheit hatte ich eine Schot an nur einem Schotthorn befestigt, so das ich die Kinder wieder runterholen konnte, wenn es ihnen zu doll wurde.

erster schlag mit meiner “neuen fahrtenyacht”

Ich wollte diesen Sommer eine kleine Auszeit nehmen und nach England segeln. Nur die Zeit lief mir weg, zu viele Verpflichtungen. Mal sehen wie weit ich komme, Test ist auch, wie ich so allein auf dem Boot klar komme, mit mir und … niemanden. Ich werde versuchen mal einige Tage niemanden zu sehen, keine Marina anzulaufen, sondern anstelledessen zu ankern.

Heute habe ich damit angefangen! um 16:30 Uhr, nachdem ich die letzten Kabel ordentlich verlegt habe, bin ich rausgefahren, nach Kornwedersand. Dort werde ich neben der Schleuse, vor dem Kitegebiet ankern und übernachten. Muss meinen Anker+Kette testen, sowie meine neue Energieversorgung. Den fünften Festmacher (das Kabel zur Steckdose auf dem Steg) habe ich schon heute morgen gekappt und den ganzen Tag im Hafen nur mit den Solarzellen Strom gemacht. Selbst die Nespresso Maschine hat es gefressen, den ganzen Tag war die Batterie voll. Nach einem Test, wo ich mehrere Minuten 1400Watt mit dem Gleichrichter aus den Batterien zog, luden die Solarzellen noch mit 8 Ampair und das ohne sichtbare Sonne. yep, so sollte das sein.

Also raus aus dem Hafen, Genua raus und am Wind gemütlich Richtung Kornwedersand. Leichtes zischen des Windgenerators über mir (da muss ich mich erstmal dran gewöhnen, hätte ich mir leiser vorgestellt) und ein leises Pfeifen der Solarzellen und des Gestänge.

Ich dachte es sollte abflauen, egal, guter Test für den Anker. Also auf Knopfdruck Anker raus – wie viel Meter sind jetzt eigentlich raus, denke ich und schreibe Kettenmarkierungen auf das ToDo – und das Boot ruckt ein und ist fest. Boah, cool. Wind 12 bis 21 Knoten. Vorsichtshalber habe ich auf 3 unterschiedlichen Geräten den Ankeralarm angemacht (habe da mal schlechte Erfahrungen gemacht), aber bis jetzt ist Ruhe.

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geräteträger montiert – es ist vollbracht, fast…

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Hurra, endlich ist der Bügel fertig, der aus meinen 2 etwas merkwürdig wirkenden Masten für Windgenerator und Satellitenantenne einen richtigen Geräteträger machen soll.

Dieser Bügel, soll den 3 Solarpanelen (je 100 Watt) einen guten Halt geben und optisch besser das ganze etws verträglicher machen. Ich habe lange überlegt ob das geht, ob ich es bringen kann 3 Standart-Solarpanele, die eigentlich für ein Hausdach konzipiert sind, nebeneinander über mein Heck bauen kann. Als Edelstahlbetrieb wurde mir der Stielmaster aus Workum empfohlen. Wir sind zwar sprachlich kaum kompatibel, ich kein holländisch, er kaum deutsch, aber wir schienen vom selben zu sprechen. Taten wir das wirklich, ich war so gespannt…

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Ja, wir sprachen vom gleichen und meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Das breite Heck der Bavaria kann die 3 Solarpanele tragen. Und der Bügel verleiht meiner usgedachten Mastkonsstruktion fast so etwas wie Eleganz ;)

Als ich die Kabel angeschlossen hatte, es war bewölkt, kalt und man konnte die Sonne nur ahnen, zeigte mein Batteriemonitor 8A an – wow, das passt….

ps. beim ersten Probeschlag erwies sich die Konstruktion auch noch aus anderer Sicht als sehr praktisch. Das Heck wirkt jetzt viel “dichter”, wie kann ich das beschreiben? Früher hätte ich gedacht, der sinnt, der so etwas schreibt, aber man hat überall etwas zu festhalten, anlehnen – selbst im stehen ist es möglich sich sicher anzulehnen…

ankerkette + winsch

Um vor Anker nachts besser schlafen zu können, habe ich einen Rocca Anker und 70m Kette (10mm) gekauft und sie mühevoll aufs Boot geschafft.

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Man gut das dafür zukünftig die Winsch zuständig ist – welch ein Komfortgewinn…

Dafür war das Verlegen der fingerdicken Kabel noch mal mehr Aufwand als gedacht und es doch nicht so eine gute Idee, erst die Winsch einbauen zu lassen und dann erst die Kabel zu legen – aber zeitlich war das leider nicht anders zu machen, also musste ich da jetzt durch… ähh, rein in den Ankerkasten. War der nicht mal so gross, das ich da reinpasste? jetzt gingen nicht mal mehr der Berg Kette und mein Kopf unter die Winsch zum Anschließen der Kabel..

Stöhn – und noch einmal die Kette von Hand bewegen, denn wenigstens der Kopf musste unter die Winsch.